Regelmäßig erhebt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Meinungsumfragen, wie es um das Image der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland steht. Erfreulicherweise tritt die positive Bedeutung unserer Branche immer stärker in den Vordergrund, insbesondere bei der jüngeren Generation. Dennoch haben viele Menschen kein klares Bild davon, was die Chemie- und Pharmabranche in Norddeutschland alles leistet – welche hilfreichen Produkte vielleicht sogar in unmittelbarer Nachbarschaft produziert und bis nach Neuseeland und in viele andere Länder exportiert werden. Oder wie komplex Lieferketten sind und welche Vorprodukte dabei aus dem Norden stammen.
Als Branche sind wir davon überzeugt, dass wir viele wichtige Beiträge zur Lösung großer Zukunftsherausforderungen leisten, und das werden wir mit unserer Kampagne und in Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsunternehmen zeigen.
Tecan IBL International aus Hamburg stellt Test-Kits her, mit denen über die Analyse von Urin-, Speichel- und Blutproben seltene Krankheiten entdeckt, der Cortisol-Spiegel gemessen oder Hormonstörungen erkannt und entsprechend behandelt werden können. Zu den Kunden des Unternehmens gehören Labore aus aller Welt.
Die Rudolf Hensel GmbH aus Börnsen stellt Farben und Beschichtungen für den Brandschutz her. Mit diesen Materialien kann im Falle eines Feuers wichtige Zeit für die Rettung gewonnen werden, weil Stahltäger dem Feuer länger standhalten und auch Materialschäden werden begrenzt.
Olin aus Stade stellt wichtige Vorprodukte her, wie bspw. Epoxidharz. Das brauchen wir für schnelle und bruchsichere Smartphones oder auch um Brücken und Windkrafträder vor Korrosion zu schützen.
Die KÖSTER BAUCHEMIE AG aus Aurich ist Experte in Sachen Dämmung. Die Produkte des Unternehmens schützen Gebäude vor Feuchtigkeit und Hochwasser und macht sie damit langlebiger. Das spart Ressourcen, Kosten und Energie. Energie sparen auch die weißen Dachbahnen des Unternehmens: Durch sie heizen sich Gebäude langsamer auf und müssen folglich weniger gekühlt werden.
Die Lehmann&Voss&Co. KG aus Hamburg veredelt Kunststoffe. Die Granulate des Unternehmens dienen zum Beispiel als Grundmaterial für 3D-Drucker oder ersetzen in der Luftfahrtindustrie Bauteile aus Metall. Dadurch werden Flugzeuge leichter, was wiederum Kerosin einspart.
Dow aus Stade ist Experte in Sachen Elektrolyse: Das Unternehmen pumpt Steinsalz als Sole aus dem Erdboden und gewinnt über Elektrolyse – also durch das Zugeben von Strom – Chlor, Wasserstoff und Lauge. Vor allem Chlor ist unverzichtbar für die Herstellung unzähliger Alltagsgegenstände wie Kosmetik, Medikamente oder auch Matratzen.
Bei Hüttenes-Albertus aus Hannover dreht sich alles um einen ganz speziellen Kleber aus Harz, der Sand zu einem festen Kern macht. Diese Sandkerne werden beim Gießen von heißem Metall an den Stellen eingesetzt, an denen später Hohlräume benötigt werden. Denn ab 1.000 °C verbrennt der Kleber und der Sand wird wieder rieselfähig.
Bei Worlée-Chemie aus Lauenburg spielt die Camelina, auch bekannt als Leindotter, eine zentrale Rolle. Das Unternehmen baut die Pflanze selbst an und stellt daraus Bindemittel für Farben und Lacke her, was für schnelles Trocknen und glatte Oberflächen sorgt.
Bei TUGA Chemie „ist der Teufel los“. In Osnabrück entwickelt und produziert das Unternehmen mit gerade einmal neun Beschäftigten seine bunten „Teufel“-Autopflegeprodukte zum Reinigen von Kunststoff, Glas und Felgen. Die Reinigungsmittel vertreibt das Unternehmen in Deutschland und verschiedenen anderen europäischen Ländern.
Bei Albemarle Germany in Langelsheim wird Lithium hergestellt: Fest, als Pulver oder auch in Flüssigform. Das leichteste Metall der Welt benötigen wir längst nicht nur für Batterien, sondern zum Beispiel auch für Medikamente gegen Depressionen oder Krebs, Autoreifen oder Kochfelder.