Gewinner 2018


Tim Schmidt, Sven Rehberg und Alexander Schmidt vor dem alten Dampferzeuger (v.l. / Foto: Covestro Deutschland AG).

Responsible Care-Gewinner 2018:

Azubi-Team senkt Trinkwasserverbrauch durch
Optimierung des Dampferzeugers

Drei Auszubildende des Brunsbütteler Standort der Covestro Deutschland AG überzeugten die Responsible Care-Jury mit ihrem Konzept zur Optimierung des betriebseigenen Dampferzeugers. Durch eine von ihnen entwickelte technische Umrüstung kann Covestro jetzt jährlich nicht nur seinen CO2-Ausstoß um sechs Tonnen reduzieren, sondern spart auch 600.000 Liter Trinkwasser ein. Das ist mehr Trinkwasser als drei 4-Personen-Haushalte jährlich verbrauchen.

Der Dampferzeuger ist eine zentrale Anlage im Ausbildungsgebäude des Brunsbütte-ler Covestro Standorts. Dank der von den Auszubildenden vorgeschlagenen technischen Umrüstung werden bei seinem Einsatz nun deutlich weniger Ressourcen verbraucht, denn künftig wird bereits genutztes Wasser über ein spezielles Modul wieder-aufbereitet und erneut verwendet. In der Folge sinkt der Bedarf an neuem Trinkwasser. Außerdem wird die Restwärme genutzt, die in dem Dampferzeuger entsteht, wenn der gasförmige Dampf flüssig wird. Das Ergebnis: Geringerer Energieverbrauch und weniger CO2-Emissionen.

Ausbilder Michael Schulze ist stolz auf die Leistung seines Azubi-Teams: „Diese Aus-zubildenden haben verstanden, wie Nachhaltigkeitsaspekte systematisch in den Pro-duktionsprozess eingebracht werden. Sie gehen nach ihrer Ausbildung hoch motiviert in unsere Anlagen.“


Die Leindotterpflanze ermöglicht nicht nur die nachhaltige Herstellung von Bindemitteln, sondern dient auch Insekten als Nahrungsquelle (Foto: Worlée-Chemie GmbH).

Responsible Care-Gewinner 2018:

Worlée-Chemie unterstützt Landwirte aus der Region beim nachhaltigen Anbau von Leindotterpflanzen

Den Responsible Care-Preis 2018  hat die Worlée-Chemie GmbH aus Lauenburg für ein Projekt erhalten, mit dem es aktiv heimische Landwirte beim nachhaltigen Anbau von Leindotterpflanzen unterstützt. Das Öl dieser Pflanzen benötigt Worlée-Chemie zur Herstellung von Alkydharzen, die als Bindemittel in der Farb- und Lackindustrie eingesetzt werden.

Über mehrere Testanbauflächen identifizierte Worlée-Chemie zunächst drei Wege, um die öl-produzierenden Leindotterpflanzen nachhaltig anzubauen. So fand das Unternehmen heraus, dass sich die Pflanzen sowohl für den Mischfrucht-, Zwischenfrucht- als auch Zweitfruchtanbau eignen.
Der Mischfruchtanbau zusammen mit Erbsenpflanzen spart nicht nur Ackerfläche, die Landwirte benötigen auch weniger Pestizide. Denn Leindotter nimmt Unkräutern durch sein schnelles Wachstum den Lebensraum und ist zudem nicht anfällig für Blattläuse. Nicht zuletzt dient Leindotter den Erbsenpflanzen als Rankhilfe.

Da Leindotterpflanzen sehr schnell wachsen, eignen sie sich außerdem optimal für den Zwi-schenfruchtanbau. Die Pflanzen werden dabei auf vorübergehend brachliegenden Ackerflächen, wie es sie beispielsweise zwischen dem Anbau von Sommer- und Wintergetreide gibt, angebaut.

Die dritte Möglichkeit ist der Anbau von Leindotter als Zweitfrucht nach „Grünroggen“. Grünroggen wird ausschließlich für Biogasanlagen produziert. Nach der Ernte liegen die Flächen meist brach und weil Leindotter so schnell wächst, können die Pflanzen direkt nach der Grünroggen-ernte angebaut werden.

Alle drei Anbauarten sind Monokulturen also in vielerlei Hinsicht überlegen. Mit diesem Wissen geht das Unternehmen nun aktiv auf die Landwirte aus der Region zu und unterstützt sie beim nachhaltigen Anbau von Leindotterpflanzen.

„Sowohl der Mischfruchtanbau als auch der Zwischenfrucht- und Zweitfruchtanbau sind wunderbare Instrumente, um die „Tank versus Teller-Debatte“ aufzulösen. Denn wenn die von uns verwendeten Leindotterpflanzen keine zusätzlichen Ackerflächen benötigen, stehen sie auch nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelherstellung“, erklärt Dr. Toine Biemans, Leiter Forschung und Entwicklung bei Worlée-Chemie.


Responsible Care-Gewinner 2018:

Regelflexible Elektrolyse-Anlage der H&R Ölwerke wandelt Strom aus Windenergie zu Wasserstoff

Mit der Eröffnung einer Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage betreibt die H&R Ölwerke Schindler GmbH aus Hamburg die zurzeit größte regelflexible PEM-Anlage (PEM = Protonen-Austausch-Membran) der Welt. Regelflexibel bedeutet, dass die Anlage ihre Leistungsaufnahme den aktuellen Bedürfnissen auf dem Strommarkt anpassen kann. Produzieren also beispielsweise Windräder bei starkem Wind mehr Energie als das deutsche Stromnetz derzeit aufnehmen kann, speichert die Anlage einen Teil dieses Ökostroms zwischen und trägt damit zu einem stabileren Stromnetz bei.

Durch den Bau der Anlage stellen die H&R Ölwerke Schindler GmbH den für die Produktionsprozesse ihrer Spezialitätenraffinerie benötigten Wasserstoff nun komplett selbst her, indem die Anlage unter Stromzugabe Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt. Dadurch spart das Unternehmen außerdem jährlich rund 2.500 Tonnen CO2-Emissionen ein, da der LKW-Transport des Wasserstoffs wegfällt.

„Mit der PEM-Anlage macht der Standort einen großen Schritt in Richtung des Konzepts „Grüne Raffinerie“, erklärt Niels H. Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung des Mutterkonzerns H&R GmbH & Co. KGaA. "Perspektivisch wollen wir unsere bestehenden Anlagen und Standorte weiterentwickeln. Unsere heute überwiegend fossilen Rohstoffe sollen zukünftig zunächst durch nachwachsende Quellen und auf lange Sicht durch synthetisierte Produkte, CO2-neutral mit nachhaltiger Energie er-zeugt, ergänzt werden." Das Unternehmen sieht sich hier sowohl strategisch als auch technologisch auf dem richtigen Weg, setzen sich doch aktuell Konzepte zur Sektorenkopplung weitreichend durch.