Biotechnologie  hautnah  erleben!  


Biotechnologie  spielt  bei  der  Herstellung  vieler  Produkte  eine  zentrale  Rolle.  So  kommt  heute  kaum  ein  neues  Arzneimittel  auf  den  Markt,  bei  dessen  Entwicklung  oder  Herstellung  keine  biotechnologischen  Verfahren  angewendet  wurden.  Auch  in  vielen  anderen  Bereichen  –  z.  B.  bei  der  Produktion  von  Waschmitteln  oder  Kosmetika  –  ist  die  Biotechnologie  nicht  mehr  wegzudenken.   

Um  Lehrern  die  Möglichkeit  zu  geben,  sich  intensiv  mit  diesem  zukunftsweisenden  Thema  auseinanderzusetzen,  bieten  wir  Lehrerpraktika  an,  finanziell  unterstützt  vom  Fond  der  Chemischen  Industrie.  Nur  mit  Hintergrundwissen  kann  dieses  Thema  entemotionalisiert  in  der  Gesellschaft  diskutiert  werden.  Die  Praktika  werden  angeboten  für  Lehrkräfte  des  Fachbereiches  Chemie  und  Biologie  der  Sekundarstufe  II.

 

Lehrpraktikum Biotechnologie

Dieses  Praktikum  findet  im  Institut  für  Technische  Chemie  an  der  Leibniz  Universität  Hannover  statt.  Unter  der  Leitung  von  Prof.  Dr.  Thomas  Scheper  betreuen  die  Mitarbeiter  des  Instituts  die  Lehrkräfte  intensiv  in  diesem  3-tägigen  Praktikum  und  stehen  durchgehend  für  sämtliche  Fragen  zur  Verfügung.
Lehrer  erweitern  und  vertiefen  ihre  Kenntnisse  über  die  Biotechnologie  durch  intensives  praktisches  Arbeiten  und  gewinnen  so  neue  Informationen  und  Anregungen  für  ihren  Unterricht.   

Das  Biotechnologiepraktikum  richtet  sich  an  Lehrkräfte  des  Fachbereiches  Chemie  und  Biologie  der  Sekundarstufe  II  und  hat  die  Zielsetzung  Biotechnologie  „erlebbar“zu  machen.  Die  Teilnehmer  lernen  die  Grundlagen  des  biotechnologischen  Arbeitens  kennen.  Durch  praktische  Versuche,  die  die  Lehrkräfte  selbst  durchführen,  bekommen  sie  Impulse  für  die  Konzeption  einer  biotechnologischen  Unterrichtseinheit.   

Das  Praktikum  beinhaltet  die  Durchführung  eines  vollständigen  biotechnologischen  Produktionsprozesses  zur  Herstellung  eines  an  der  Penicillin-Synthese  beteiligten  Enzyms  unter  fachkundiger  Anleitung,  die  Aufreinigung  des  Enzyms  sowie  dessen  Einsatz  in  der  technischen  Penicillin-Modifikation.  Neben  den  praktischen  Prozessschritten  wird  zudem  eine  Vielzahl  von  modernen  Analysemethoden  zur  Prozesskontrolle  sowie  Produkt-  und  Qualitätsanalyse  angewandt  und  das  vermittelte  Wissen  durch  ergänzende,  themenbezogene  Vorträge  vertieft.  Das  Praktikum  wird  in  Kleingruppen  durchgeführt. 

Genome  Editing  mit  CRISPR/Cas9  –  gezielte  Veränderung  von  Nutzpflanzen-Genen  

Neue  Methoden  zur  gezielten  Veränderung  der  Erbinformationen  machen  unter  dem  Begriff  „Genome  Editing“  seit  ein  paar  Jahren  Schlagzeilen.  Zahlreiche  Beispiele  belegen  die  Anwendungsmöglichkeiten  bei  unterschiedlichen  Lebewesen  wie  Mikroorganismen,  Tieren,  Pflanzen  und  letztendlich  auch  beim  Menschen.  Neben  technischen  Fragen  stehen  hier  vor  allem  ethische  und  rechtliche.   

Der  Kurs  soll  Lehrern  einen  vertieften  Einblick  in  aktuelle  Entwicklungen  des  Genome  Editing  im  allgemeinen,  insbesondere  aber  bei  Nutzpflanzen  geben.  Die  Teilnehmer  arbeiten  mit  Nutzpflanzen,  bei  denen  ein  oder  mehrere  Gene  gezielt  mit  CRISPR an  einer  Stelle  verändert  wurden.  Neben  der  theoretischen  Einführung  in  die  Genomforschung  und  Gentechnik  werden  verschiedene  Methoden  vorgestellt,  die  das  Genome  Editing  ermöglichen.  Die  rechtlichen  und  gesellschaftlichen  Implikationen  der  neuen  Technologie  werden  diskutiert.  Im  biochemischen  Labor  wird  aus  zuvor  angezogenen  Pflanzen  DNA  isoliert  und  die  Mutation  nachgewiesen.   

Am  Ende  sollen  die  Teilnehmer  ein  vertieftes  Verständnis  der  CRISPR-Technologie  haben  und  wissen,  wie  derartige  Pflanzen  zu  bewerten  und  wie  die  Mutationen  nachzuweisen  sind.