MINT-Frühjahrsreport 2020

IT-Fachkräfte unabdingbar für zunehmende Digitalisierung und dringend gesucht

Mehr gesucht denn je: IT-Fachkräfte

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Durch Corona gibt es auch im MINT-Bereich weniger offene Stellen. Mit einer Ausnahme. Wer in der Krise noch dringender als vorher gesucht wird, zeigt der aktuelle MINT-Frühjahrsreport.

Der MINT-Frühjahrsreport 2020 beleuchtet die Coronakrise und zeigt, dass der damit verbundene Rückgang offener Stellen sich auch im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) stark bemerkbar macht. Die MINT-Lücke verringert sich im April gegenüber dem Vorjahresmonat um 51 Prozent auf 152.600. Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt aus den Jahren 2014 bis 2019 ergibt sich für den Monat April ein Rückgang um 29 Prozent. Das zeigt deutlich die Auswirkungen der Krise im MINT-Bereich.

Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei den IT-Kräften: Die Lücke bleibt im April 2020 weiterhin groß mit 39.700 und liegt damit sogar um vier Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Hier verstärkt die aktuelle Krise durch die gestiegenen Digitalisierungsanforderungen den Bedarf an IT-Fachkräften zusätzlich.

Das dringendste Handlungsfeld, um den zukünftigen MINT-Fachkräftenachwuchs zu sichern, ist das Bildungssystem. Die Erfahrungen der Coronakrise zeigen, dass die Digitalisierung in Bildungseinrichtungen nun zügig angegangen werden muss. Die notwendige Ausstattung muss sichergestellt werden, Lehr- und Lernkonzepte entwickelt und Fortbildungen für die Lehrenden ermöglicht und vor allem wahrgenommen werden. Die Schulschließungen aufgrund der Coronakrise dürfen nicht dazu führen, dass Defizite insbesondere auch im MINT-Bereich entstehen, die zukünftig nicht mehr behoben werden können. Vielmehr muss jetzt verstärkt auf die Bedeutung von MINT gerade vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung und des Klimawandels sowie auf die Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten in MINT-Berufen hingewiesen werden.

Der MINT-Report wird zweimal jährlich vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt. Die Studie entsteht im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“.


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