Chemie hilft im Kampf gegen den Klimawandel

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Das Thema Klimawandel ist in Deutschland inzwischen ins Zentrum der gesellschaftlichen und politischen Debatte gerückt.

VCI-Präsident Van Bylen betonte, dass der Schutz des Klimas für die Branche in mehrfacher Hinsicht große Bedeutung habe. „Wir sehen darin nicht nur eine Verpflichtung, sondern auch große Chancen. Unsere Branche leistet mit innovativen Produkten und Verfahren einen erheblichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende und für mehr Klimaschutz.“ So werde zum Beispiel durch den Einsatz von Kunststoffen der Treibstoffbedarf aller Fahrzeuge in Deutschland um 500 Millionen Liter pro Jahr verringert.

Auch die eigene Bilanz der Chemie beim Klimaschutz ist positiv: Ihr Ausstoß von Treibhausgasen hat sich seit 1990 halbiert – trotz eines Anstiegs der Produktion um fast 70 Prozent. Das rührt auch daher, dass die Branche mit vielen ihrer Anlagen am Emissionshandel für CO2-Zertifikate teilnimmt, wie Van Bylen erläutert. Industrie und Energiewirtschaft in der EU unterliegen seit 2005 dem Emissionshandel. Seitdem ist der Ausstoß von Treibhausgasen beider Sektoren insgesamt um 26 Prozent gesunken. Damit ist das für 2020 vorgegebene Ziel von minus 21 Prozent bereits übertroffen. „Der europäische Emissionshandel funktioniert besser als jedes andere politische Instrument für den Klimaschutz“, betont der VCI-Präsident. Da das System bis 2030 festgeschrieben sei, werde sich der Ausstoß von Treibhausgasen bis dahin verlässlich um mindestens 43 Prozent verringern.

Überlegungen, den EU-Emissionshandel zu erweitern oder zu ergänzen, sieht der VCI deshalb kritisch. Dazu zählt eine Einbeziehung anderer Sektoren, wie Verkehr und Gebäude, die aus Sicht des Chemieverbandes zu beträchtlichen Verzerrungen des Systems führt. Insbesondere eine Einführung eines nationalen CO2-Preises, der auch Energiewirtschaft und Industrie erfasst, hält der VCI für falsch. Dadurch werde die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen stark beeinträchtigt. „Ein nationaler Alleingang macht keinen Sinn. Weder für das Klima, noch für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Beschäftigung und Wohlstand“, unterstreicht VCI-Präsident Van Bylen.

Er verweist dabei auf die Verteilung der globalen CO2-Emissionen und ihre starke Zunahme in anderen Regionen der Welt. Deutschlands Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen beträgt aktuell 2,2 Prozent, die Treibhausgase insgesamt sind seit 1990 um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Die Wirtschaft in den G20-Ländern steht hingegen für rund 80 Prozent der globalen Emissionen des Treibhausgases CO2. Deshalb plädiert der VCI dafür, die politischen Anstrengungen zu verstärken, eine globale Lösung zu entwickeln. Van Bylen: „Wenn es gelänge, auf der Ebene der G20 einen gemeinsamen CO2-Preis zu vereinbaren, würde das deutliche Auswirkungen auf den Klimaschutz zeigen und zugleich unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten.“

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