VCI-Responsible-Care-Bericht 2010


Projekte zu Umweltschutz, Gesundheit, Sicherheit

Dr. Klaus Engel: Häufig wird in der öffentlichen Debatte der Eindruck erweckt, nachhaltiges Wirtschaften und industrielle Produktion stünden im Widerspruch zueinander. Für die chemische Industrie gilt dies nicht. Für uns ist der nachhaltige Umgang mit begrenzten Ressourcen schon seit Langem ein wichtiges Leitmotiv. Beispielsweise bei den Themen Energie und Klimaschutz: In der Chemie haben wir das Produktionswachstum und den Energieverbrauch entkoppelt: Während die Produktion in den letzten zwei Jahrzehnten um mehr als die Hälfte gestiegen ist, gingen Energieverbrauch und damit auch die Treibhausgasemissionen deutlich zurück. Vergleicht man die CO2-Emissionen bei der industriellen Wirtschaftsleistung weltweit, zeigt sich: Fast nirgendwo auf der Welt ist die Industrieproduktion so klimaschonend wie in Deutschland. Zu den Einsparungen in der Produktion kommen die Einsparungen durch die Produkte hinzu: Über ihren Lebenszyklus hinweg sparen Chemieprodukte mehr als doppelt so viel Treibhausgasemissionen, wie bei ihrer Produktion entstehen. Dieser Einspareffekt wird aufgrund fortlaufender Innovationen bis zum Jahr 2030 auf mindestens 3:1 wachsen.

Angesichts der globalen Herausforderungen der Zukunft gilt es, die Innovationsangebote der Industrie stärker zu nutzen: Sei es beim Energiesparen, der Entwicklung CO2-armer Technologien oder der Erschließung neuer Energiequellen. Nur mit innovativen Produkten der Industrie werden wir die Ernährung einer steigenden Weltbevölkerung sichern, neue Formen der Mobilität entwickeln und die Gesundheit einer alternden Bevölkerung verbessern. Die chemische Industrie ist bei diesen Themen unverzichtbarer Partner und Problemlöser. Als „Industrie der Industrie“ liefert sie viele unverzichtbare Grundstoffe an andere Industriebranchen und sorgt beispielsweise mit der Entwicklung neuer Materialien für Innovationssprünge in den Kundenbranchen. Windkrafträder, Elektroautos und Niedrigenergiehäuser sind eben nicht Produkte einzelner vermeintlich „grüner“ Öko-Branchen, sondern das Ergebnis der Zusammenarbeit von unterschiedlichsten Industriezweigen.

Als bedeutender Industriezweig leistet die Chemieindustrie außerdem wichtige Beiträge zu den sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit: Die Chemie bietet gut bezahlte Arbeitsplätze und bildet junge Menschen in hoch qualifizierten und zukunftsorientierten Berufen aus. Arbeitgeber und Gewerkschaft in der Chemie stehen beispielhaft für eine gelebte Sozialpartnerschaft.

Seit November 2010 gibt es eine internationale Norm zur Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung durch Unternehmen. Für die chemische Industrie ist ein solcher Leitfaden allerdings nichts Neues: Seit nunmehr 20 Jahren können sich die Unternehmen unserer Branche an den Leitlinien unserer internationalen Initiative „Responsible Care/Verantwortliches Handeln“ orientieren, die wichtige Beiträge im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung leistet. Mehr darüber und über weitere Leistungen auf den Gebieten Umwelt, Sicherheit und Gesundheit finden Sie, wenn Sie diesen Responsible-Care-Bericht lesen.

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