Mythos Überforderung: Was gewinnen wir, wenn wir uns erwachsen verhalten?

 

17.2.2017 – „Jede Menge“, erklärte der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. Michael Winterhoff vergangene Woche seinen Zuhörern im Haus der Chemie in Laatzen und skizzierte zu Beginn seines Vortrags einen typischen Fall: Ein Unternehmen möchte 15 Ausbildungsplätze besetzen. 10 Bewerbungen gehen ein. Acht Bewerber werden eingeladen. Davon reagieren aber nur vier und zum Vorstellungsgespräch erscheinen letztlich drei, davon einer zu spät.

Dass Kinder und Jugendliche unzuverlässig sind, liegt nach den Erfahrungen des SPIEGEL-Bestseller-Autors an ihrer Erziehung. Also an den Erwachsenen. Sie leben durch die ständig auf sie einströmenden Reize in ständiger Alarmbereitschaft, und das hat Auswirkungen auf den Erziehungsstil. Eltern tendieren immer mehr dazu, ihre Kinder als Partner zu sehen anstatt als das, was sie sind: Kinder, die klare Anweisungen und Orientierung brauchen, um ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Diese und weitere interessante, durchaus auch streitbare Thesen leitet Winterhoff aus seiner langjährigen Arbeit als Psychiater ab und sorgte damit für angeregte Gespräche beim anschließenden Get-Together.

Fest steht: Die psychische Gesundheit, sei es die eigene, die der Kinder oder der Mitarbeiter in Unternehmen, ist ein wichtiges Thema. Dabei bietet der Arbeitgeberverband durch seine Expertinnen im Demografie- und Gesundheitsmanagement, Andrea Reinecke und Anica Reinke, kompetente Unterstützung an.

Seit Mitte der neunziger Jahre reagiert die menschliche Psyche zunehmend überfordert auf die vielen einströmenden Reize. Welche negativen Auswirkungen das auf die Kindererziehung haben kann, verdeutlichte der Kinder- und Jugendpsychiater und SPIEGEL-Bestseller-Autor Dr. Michael Winterhoff bei einem Vortrag im Haus der Chemie in Laatzen.