Lehrerforum Chemie
Die Forensik ist heute fester Bestandteil der Kriminalarbeit. Welche Rolle chemische Analysemethoden bei der Aufklärung von Verbrechen spielen und wie man mit diesem Thema die Schüler für den naturwissenschaftlichen Unterricht begeistern kann, erfuhren am 13. und 14. Mai rund 40 Chemielehrkräfte und Referendare beim VCI Nord Lehrerforum „Was hat die Chemie eigentlich mit dem Tatort zu tun?“ in Itzehoe.
Los ging’s am Freitag zunächst mit einem Besuch des Pharmaunternehmens Pohl-Boskamp in Hohenlockstedt. Hier hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, einen Einblick in die moderne Arzneimittelproduktion zu erhalten und einiges über die besonderen Arbeitsweisen und Herausforderungen des Unternehmens zu erfahren. Weitere Highlights waren der Besuch des Nasslabors und der Geräteanalytik sowie der Bericht einer Chemielaborantin im 3. Lehrjahr, die den Lehrkräften aus ihrem Berufsalltag erzählte.
Kriminaltechnik hautnah
Am Abend stimmte Dr. Thomas Schäfer, Leiter des chemischen Zentrallabors beim Bundeskriminalamt (BKA), die Teilnehmer auf das Thema der Fortbildung ein. Anhand von bekannten Fällen gab er einen spannenden und anschaulichen Überblick über die Wissenschaft der Kriminaltechnik. Dabei verriet er hier und da auch interessante Einzelheiten, sehr zur Freude der interessierten Zuhörer.
Der Chemiker als Ermittler
Der Samstag stand nun endgültig ganz im Zeichen der Tätersuche. Welche erstaunlichen technischen Möglichkeiten dem BKA dabei zur Verfügung stehen und welche chemisch-analytischen Methoden eingesetzt werden, präsentierte Dr. Schäfer in seinem eindrucksvollen Praxisvortrag. Mörder anhand von DNA-Spuren überführen, unbekannte Stoffe identifizieren, die Gefährlichkeit von Sprengstoffen einschätzen – nichts davon wäre möglich ohne Chemie.
Ein rätselhafter Todesfall
In dem Workshop von Gesine Bertelsen vom Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel (IPN) wurden die Teilnehmer schließlich selbst zu Ermittlern. „Wer hat Heinrich Reichstein ermordet?“ – Diese Frage sollte geklärt werden. An Verdächtigen und Motiven in diesem – natürlich fiktiven – Mordfall mangelte es nicht. Also galt es Fingerabdrücke zu nehmen, verdächtige Fußspuren zu suchen und Gift in einem Glas auf dem Nachttisch des Opfers nachzuweisen. Die Auflösung war für viele eine Überraschung. Dass dieses Unterrichtskonzept auch den Schülern viel Spaß machen und frischen Wind in den Chemieunterricht bringen wird, davon waren am Ende alle überzeugt.
Das Fazit: Wiederholungstaten nicht ausgeschlossen!
Hier einige Einblicke anhand einer Fotogalerie.